Zusammenfassung
Der Podcast "ZEIT WISSEN. Woher weißt Du das?" wird in dieser Folge von Linda Fischer moderiert. Die Episode konzentriert sich auf das Thema der im Meer versenkten Munition, speziell in der Ostsee, und die daraus resultierenden Umweltprobleme. Linda Fischer begrüßt ihre Kollegin Viola Kiel, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigt hat und von einem Forschungsausflug berichtet, den sie unternommen hat, um mehr über die Thematik zu erfahren.
Wichtige Informationen und Gespräche
Hintergrundinformation zur versenkten Munition
- Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden riesige Mengen Munition im Meer versenkt, um Deutschland zu entmilitarisieren. Insgesamt liegen etwa 1,6 Millionen Tonnen Munition in der deutschen Nord- und Ostsee.
- Diese Menge entspricht dem Gewicht aller in Afrika lebenden wilden afrikanischen Elefanten. Würde man die Munition auf einen Zug verladen, würde dieser von Berlin bis nach Paris reichen.
Forschungsschiff und Entdeckungen
- Viola Kiel berichtet von ihrem Tag auf einem Forschungsschiff, wo sie mit Jens Greinert, einem Geologen am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, gesprochen hat.
- Mit automatisierten Tauchrobotern wurden Aufnahmen von Munitionshaufen auf dem Meeresboden gemacht. Diese Haufen bestehen unter anderem aus alten Patronen, Granaten, Bomben und Seeminen.
Umweltprobleme durch Munition
- Die Korrosion der Munition führt dazu, dass giftige Sprengstoffverbindungen wie TNT ins Wasser gelangen. Diese gelten als krebserregend und erbgutschädigend.
- Untersuchungen haben gezeigt, dass in der Nähe von Munitionshaufen immer Spuren dieser Stoffe im Wasser zu finden sind.
- Es gibt Hinweise darauf, dass Fische in der Nähe dieser Gebiete ein erhöhtes Krankheitsrisiko haben, beispielsweise wurde bei Klieschen eine erhöhte Rate von Lebertumoren festgestellt.
Ansätze zur Entsorgung
- Die Bundesregierung plant ein Aufräumprojekt mit einem Budget von 100 Millionen Euro, das verschiedene Phasen umfasst: Erkunden, Kartieren, Bergen, Sortieren und Entsorgen der Munition.
- Eine Entsorgungsplattform auf See, auf der die Munition direkt verbrannt werden könnte, wird als mögliche Lösung diskutiert.
Ostsee-Anomalie
- In der unmöglichen Kolumne von Christoph Drösser wird die sogenannte Ostsee-Anomalie thematisiert, eine mysteriöse Struktur auf dem Meeresboden, die 2011 entdeckt wurde.
- Obwohl es Spekulationen über UFOs und Atlantis gibt, halten die meisten Wissenschaftler die Anomalie für eine natürliche Gesteinsformation.
Learnings
- Die Entsorgung von Munition im Meer nach Kriegsende war eine kurzsichtige Entscheidung mit langfristigen Umweltfolgen.
- Die Korrosion der Munition stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Meeresumwelt dar, insbesondere durch die Freisetzung von giftigen Stoffen.
- Die Entwicklung von Technologien zur sicheren Bergung und Entsorgung der Munition ist entscheidend, um weitere Schäden zu vermeiden.
- Wissenschaftliche Forschung kann helfen, das Ausmaß des Problems zu verstehen und Lösungen zu entwickeln.
- Spekulationen und Mythen wie die Ostsee-Anomalie zeigen, wie wichtig es ist, wissenschaftlich fundierte Informationen bereitzustellen.
Wichtigste Aussagen
- Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1,6 Millionen Tonnen Munition in der Ost- und Nordsee versenkt.
- Die Korrosion der Munition führt zur Freisetzung von giftigen Chemikalien ins Meerwasser.
- Die Bundesregierung plant ein umfangreiches Projekt zur Bergung und Entsorgung der Munition.
- Die Ostsee-Anomalie ist wahrscheinlich eine natürliche Gesteinsformation, auch wenn es viele Spekulationen darüber gibt.